Kälte und Feuchtigkeit lassen arthrotische Gelenke steifer und schmerzempfindlicher werden, deshalb braucht ein Hund mit Arthrose im Winter mehr Wärme, kürzere Wege und ein gutes Aufwärmen vor jedem Gassigang. Viele Halter merken es an den ersten kalten Tagen: Der Hund quält sich morgens noch mühsamer hoch, bleibt nach dem Liegen länger steif und mag im Regen kaum vor die Tür. Das ist kein Zufall. Kälte macht die Beschwerden spürbarer, und mit ein paar Gewohnheiten fangen Sie das gut ab.
Warum Kälte den Gelenken zusetzt
Ein arthrotisches Gelenk ist ohnehin gereizt, die schützende Knorpelschicht dünner und die Gelenkschmiere weniger geschmeidig. Kälte verstärkt das. Die Muskulatur rund um das Gelenk verspannt schneller, die Durchblutung sinkt, und alles wird zäher und langsamer. Kommt Nässe dazu, kühlt der Körper an den Beinen und Pfoten noch stärker aus. Genau deshalb wirkt Ihr Hund im Winter oft steifer als im Sommer, obwohl sich an der Arthrose selbst nichts geändert hat.
Dazu kommt das Rutschen. Glatte, gefrorene oder nasse Wege zwingen den Hund zu kleinen Ausgleichsbewegungen, und jedes Wegrutschen belastet die Gelenke ruckartig. Für einen jungen, gesunden Hund ist das nichts. Für ein Tier mit Arthrose ist es eine unnötige Spitzenbelastung.
Warmhalten, drinnen und draußen
Der wichtigste Hebel ist Wärme. Sorgen Sie zuerst für einen warmen, zugfreien Liegeplatz, weg vom kalten Fußboden und nicht direkt an der Tür oder unter dem Fenster. Eine dicke, isolierende Decke oder ein orthopädisches Hundebett hält die Körperwärme, wo sie hingehört. Ältere und kurzhaarige Hunde profitieren draußen von einem gut sitzenden Wintermantel, der Rücken und Bauch bedeckt. Das ist keine Modefrage, sondern hält die Rückenmuskulatur und die Gelenke warm.
Wenn Ihr Hund nach dem Spaziergang nass ist, trocknen Sie ihn ab, besonders Beine und Bauch. Ein Hund, der stundenlang klamm daliegt, kühlt aus und wird steifer.
Vor dem Gassi aufwärmen
Kalte Muskeln und ein steifes Gelenk mögen keinen Kaltstart. Lassen Sie Ihren Hund nicht direkt aus dem warmen Körbchen in die Kälte und sofort losstürmen. Ein paar Minuten langsames Gehen zum Anfang bringen die Muskulatur auf Betriebstemperatur, bevor es zügiger wird. Sanfte Wärme vor dem Losgehen tut vielen Hunden gut, ein angewärmtes Kirschkernkissen auf dem Rücken zum Beispiel. Wann Wärme hilft und wann eher Kälte, lesen Sie im Ratgeber zu Wärme oder Kälte beim Hund.
Kürzer und öfter statt lang und selten
Im Winter gilt für arthrotische Hunde: lieber mehrere kurze Runden als ein langer Marsch. Zwei oder drei kleinere Gänge halten die Gelenke in Bewegung, ohne sie auskühlen zu lassen oder zu überlasten. Eine lange Tour bei Frost dagegen führt oft dazu, dass der Hund am Ende steif und erschöpft ist und am nächsten Morgen umso schwerer hochkommt.
Bleiben Sie bei gleichmäßigem Tempo auf sicherem Untergrund. Wildes Toben auf gefrorenem Boden, abrupte Stopps und Sprünge sind das, was den Gelenken am meisten zusetzt. Ruhige, regelmäßige Bewegung dagegen hält die Muskulatur, die das Gelenk stützt. Wie Sie diese Muskulatur gezielt kräftigen, zeigen die Übungen für zu Hause, die sich im Winter besonders anbieten, wenn die Runden draußen kürzer ausfallen.
Rutschfeste Wege und Pfotenpflege
Meiden Sie spiegelglatte Flächen und wählen Sie geräumte oder gestreute Wege. Zu Hause helfen Teppichläufer oder rutschfeste Matten auf glatten Böden, damit der Hund beim Aufstehen nicht wegrutscht. Gerade der Weg vom Liegeplatz zur Tür ist eine Stolperfalle.
Streusalz und Splitt reizen die Pfoten. Waschen Sie die Ballen nach dem Gassi mit lauwarmem Wasser ab und trocknen Sie sie. Eine dünne Schicht Pfotenbalsam vor dem Rausgehen schützt vor dem Austrocknen. Prüfen Sie zwischen den Zehen, ob sich Eisklumpen oder Salz festgesetzt haben, das kennen viele Hunde als unangenehmes Ziehen.
Bewegung dosiert halten
Der Winter ist keine Zeit zum Stillsitzen. Ein Hund, der sich vor Kälte gar nicht mehr bewegt, baut Muskulatur ab, und dann trägt weniger Muskel das Gelenk. Genau das wollen wir vermeiden. Das Ziel ist die richtige Dosis: regelmäßig, moderat, warm und auf sicherem Grund. Beobachten Sie Ihren Hund und passen Sie die Länge an, wie fit er an dem Tag wirkt. An guten Tagen etwas mehr, an schlechten weniger. So bleibt er über den Winter beweglich, ohne dass Sie ihn überfordern. Mehr dazu, wie ältere Hunde beweglich bleiben, finden Sie im Beitrag Alter Hund beweglich halten.
Häufige Fragen
Warum ist die Arthrose meines Hundes im Winter schlimmer?
Kälte lässt die Muskulatur rund um das Gelenk verspannen und senkt die Durchblutung, dadurch wird alles steifer und schmerzempfindlicher. Nässe kühlt zusätzlich aus. Die Arthrose selbst verändert sich nicht, aber die Beschwerden treten deutlicher hervor. Mit Wärme, Aufwärmen und dosierter Bewegung fangen Sie das im Alltag gut ab.
Wie oft und wie lange sollte ich im Winter mit meinem Arthrose-Hund raus?
Besser mehrere kurze Runden als ein langer Marsch. Zwei bis drei kleine Gänge halten die Gelenke in Bewegung, ohne sie auskühlen zu lassen. Wie lange genau, hängt vom Hund und vom Tag ab. Wirkt er danach steif und erschöpft, war es zu viel. Passen Sie die Länge an seiner Tagesform an.
Braucht mein Hund im Winter einen Mantel?
Viele arthrotische, ältere und kurzhaarige Hunde profitieren davon. Ein gut sitzender Mantel, der Rücken und Bauch bedeckt, hält Muskulatur und Gelenke warm und beugt dem Auskühlen vor. Bei jungen, gesunden Hunden mit dichtem Fell ist er meist nicht nötig. Entscheidend ist, dass der Hund nicht friert und nicht klamm daliegt.
Ist Wärme oder Kälte bei Arthrose besser?
Bei Arthrose hilft in aller Regel Wärme, weil die Beschwerden chronisch und die Gelenke steif sind. Wärme lockert die Muskulatur und lindert die Anlaufschwierigkeiten. Kälte ist nur sinnvoll, wenn ein Gelenk akut aufflammt, also warm und geschwollen ist. Die Details lesen Sie unter Wärme oder Kälte beim Hund.
Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei plötzlicher Lahmheit, starken Schmerzen oder einer akuten Verschlechterung gehört Ihr Hund zuerst in die Tierarztpraxis.
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